Amorgos ist die wilde, ursprüngliche Schwester der berühmten Kykladeninseln: schroffe Felsküsten, weiß getünchte Dörfer und ein spektakuläres Kloster, das an eine Steilwand geklebt scheint. Wer das authentische, ruhige Griechenland abseits des Trubels von Santorini und Mykonos sucht, ist hier genau richtig. Was macht Amorgos so besonders?
Das wichtigste in Kürze
- Amorgos ist die östlichste Insel der Kykladen und deutlich ruhiger als Santorini oder Mykonos.
- Das Wahrzeichen ist das weiße Kloster Panagia Chozoviotissa, das in eine steile Felswand gebaut ist.
- Die Hauptorte sind die Chora im Inselinneren sowie die Häfen Katapola und Egiali.
- Am Strand Agia Anna wurde der Kultfilm „Im Rausch der Tiefe“ gedreht.
- Als beste Reisezeit gelten die Monate Mai bis September; die Anreise erfolgt per Fähre.
Das Kloster Chozoviotissa
Das unbestrittene Wahrzeichen von Amorgos ist das Kloster Panagia Chozoviotissa, das strahlend weiß an einer Steilwand rund 300 Meter über dem tiefblauen Meer klebt. Das im 11. Jahrhundert gegründete Kloster wirkt wie ein Schwalbennest im Fels und zählt zu den beeindruckendsten Bauwerken Griechenlands. Der Aufstieg über zahlreiche Stufen ist schweißtreibend, der Blick von oben aber unvergesslich.
Beim Besuch gilt ein Kleiderordnung: Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Die wenigen Mönche empfangen Besucher oft mit einem kleinen Gruß aus Loukoumi und Raki. Dieser Ort verbindet spirituelle Ruhe mit einer atemberaubenden Naturkulisse – ein Höhepunkt jeder Amorgos-Reise.

Die Chora und die Dörfer
Die Chora, der Hauptort im Inselinneren, ist ein Labyrinth aus weiß gekalkten Gassen, kleinen Kirchen mit blauen Kuppeln und einer alten venezianischen Burg auf einem Felsen. Autos bleiben draußen, sodass du in aller Ruhe durch die verwinkelten Wege schlendern kannst. Windmühlen am Ortsrand runden das typisch kykladische Bild ab.
An der Küste liegen die beiden Hafenorte: das lebhaftere Katapola im Westen und das ruhigere Egiali im Norden mit schönen Stränden in der Nähe. Beide sind gute Ausgangspunkte, um die Insel zu erkunden, und bieten eine Auswahl an authentischen Tavernen direkt am Wasser.
Der Große blaue Traum: Agia Anna
Filmfans zieht es an den Strand Agia Anna, an dem Luc Besson 1988 seinen Kultfilm „Im Rausch der Tiefe“ drehte. Der Film über die Freitaucher machte Amorgos in Frankreich und darüber hinaus berühmt und zog eine ganze Generation von Tauchern an. Die kleine, felsige Bucht mit ihrem klaren Wasser ist bis heute ein beliebtes Ziel.
Rund um die Insel liegen weitere Buchten, und Taucher finden vor der Küste sogar ein Schiffswrack. Das kristallklare, tiefe Wasser rund um Amorgos gilt als besonders schön – kein Wunder, dass die Insel eng mit dem Tauchen verbunden ist.
Wandern und ursprüngliche Natur
Amorgos ist ein Paradies für Wanderer. Ein Netz alter Pfade, die einst die Dörfer verbanden, durchzieht die bergige Insel und ist heute gut markiert. Auf den Wegen kommst du an Kapellen, Terrassenfeldern und einsamen Aussichtspunkten vorbei, während unter dir das Meer leuchtet.
Die Landschaft ist rauer und grüner als auf vielen anderen Kykladeninseln, was Amorgos einen besonderen Charakter verleiht. Gerade Reisende, die Natur und Bewegung suchen, kommen hier voll auf ihre Kosten – abseits von Partytrubel und Massentourismus.
Anreise, Kosten und beste Reisezeit
Amorgos hat keinen Flughafen und wird per Fähre angefahren – etwa direkt ab dem Athener Hafen Piräus oder über Nachbarinseln wie Naxos. Die Überfahrt dauert je nach Verbindung mehrere Stunden, was zur ruhigen, entschleunigten Atmosphäre der Insel beiträgt. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte:
| Posten | Richtwert (ca.) |
|---|---|
| Doppelzimmer Mittelklasse | 70–140 € |
| Fähre ab Piräus (einfach) | je nach Verbindung ca. 40–70 € |
| Mahlzeit in einer Taverne | 12–25 € |
| Mietroller (Tag) | ab ca. 20–30 € |
Als beste Reisezeit gelten die Monate Mai bis September mit warmem, trockenem Wetter. Im Hochsommer ist es voller, im Frühjahr und Frühherbst besonders angenehm. Einen Überblick über das Land bietet unser Beitrag zu Griechenland.
Die Strände von Amorgos
Auch wenn Amorgos für seine Berge und das Kloster bekannt ist, hat die Insel schöne Buchten zu bieten. Der Strand Agia Anna aus dem Kultfilm ist eher felsig, dafür locken andere Küstenabschnitte mit Sand und ruhigem Wasser. In der Nähe von Egiali im Norden liegen gleich mehrere angenehme Badebuchten nebeneinander.
Viele der Strände sind naturbelassen und wenig erschlossen, was ihren Charme ausmacht. Ein Mietroller oder Mietwagen hilft, die abgelegeneren Buchten zu erreichen. Wer Einsamkeit sucht, findet auf Amorgos garantiert eine Bucht für sich allein – ein wohltuender Gegensatz zu den überfüllten Stränden mancher Nachbarinsel.
Fazit
Amorgos ist ein Traumziel für alle, die das echte, ruhige Griechenland suchen. Das spektakuläre Kloster, die weißen Dörfer, klares Tauchwasser und einsame Wanderwege machen die Insel zu einem besonderen Ort. Wer Santorini und Mykonos hinter sich lassen möchte, findet auf Amorgos Ursprünglichkeit und Ruhe.
Häufige Fragen zu Amorgos
Wie kommt man nach Amorgos?
Ausschließlich per Fähre, etwa ab Piräus bei Athen oder über Nachbarinseln wie Naxos. Einen Flughafen gibt es auf der Insel nicht.
Ist Amorgos sehr touristisch?
Nein, im Vergleich zu Santorini oder Mykonos ist Amorgos ruhig und ursprünglich geblieben. Das macht gerade den Reiz der Insel aus.
Was sollte man auf Amorgos sehen?
Vor allem das Kloster Chozoviotissa, die Chora und den Strand Agia Anna. Dazu lohnen Wanderungen auf den alten Inselpfaden.
Wann ist die beste Reisezeit?
In der Regel Mai bis September. Frühsommer und Frühherbst sind besonders angenehm und weniger überlaufen.
