Kopenhagen gehört zu den Städten, die man einmal erlebt haben sollte. Die dänische Hauptstadt verbindet königliche Schlösser und bunte Hafenhäuser mit einer entspannten Radkultur und einer Food-Szene, die weltweit Maßstäbe setzt. Dazu kommt dieses typisch dänische Lebensgefühl namens Hygge – gemütliche Cafés, Kerzenlicht und Kanäle, an denen man einfach die Zeit vergisst. Auf engem Raum bekommst du Geschichte, Design und Genuss. Aber worauf solltest du dich einstellen, und was kostet die Stadt wirklich?
Das wichtigste in Kürze
- Kopenhagen gilt als eine der fahrradfreundlichsten Städte der Welt – ein Leihrad ist oft praktischer als jedes Ticket.
- Die großen Ziele liegen nah beieinander: Nyhavn, Schloss Amalienborg, der Runde Turm und die Kleine Meerjungfrau lassen sich gut zu Fuß oder per Rad verbinden.
- Für einen ersten Eindruck reichen 2–3 Tage; mit Museen und Ausflügen solltest du eher 4 Tage einplanen.
- Die Stadt gilt als vergleichsweise teuer – Unterkunft und Restaurants liegen spürbar über dem deutschen Durchschnitt.
- Bezahlt wird in Dänischen Kronen (DKK); mit Karte kommst du fast überall durch, Bargeld brauchst du kaum.
- Beste Reisezeit ist in der Regel Mai bis September, wenn die Tage lang und die Außenplätze geöffnet sind.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen
Das bekannteste Postkartenmotiv ist Nyhavn, der alte Hafenkanal aus dem 17. Jahrhundert. Die schmalen, bunt gestrichenen Giebelhäuser, die Holzboote und die Restaurants am Wasser machen die Ecke zum meistfotografierten Ort der Stadt. Der Märchendichter Hans Christian Andersen wohnte hier zeitweise – heute reihen sich statt Seemannskneipen Cafés und Eisdielen aneinander.
Wer sich für Königshäuser interessiert, kommt an drei Schlössern kaum vorbei. Schloss Amalienborg ist die Winterresidenz der Königsfamilie; ist das Staatsoberhaupt anwesend, findet mittags gegen 12 Uhr die Wachablösung statt. Schloss Christiansborg beherbergt das dänische Parlament (Folketing) – der Aussichtsturm gilt als höchster Turm der Stadt und lässt sich in der Regel kostenlos besteigen. In Schloss Rosenborg werden die dänischen Kronjuwelen aufbewahrt.
Die Kleine Meerjungfrau (Den lille Havfrue) sitzt seit 1913 an der Uferpromenade Langelinie und geht ebenfalls auf ein Märchen von Andersen zurück. Sei nicht überrascht: Die Bronzefigur ist deutlich kleiner, als viele erwarten. Ein Kontrastprogramm liefert der Runde Turm (Rundetårn) aus dem 17. Jahrhundert – statt Treppen führt eine spiralförmige Rampe nach oben zu einem schönen Blick über die Altstadt. Wer mit Kindern reist oder Trubel mag, besucht den Tivoli, einen der ältesten Vergnügungsparks der Welt (eröffnet 1843) mitten im Zentrum. Mehr dazu liest du in unserem Beitrag zum Tivoli in Kopenhagen. Zum Bummeln lädt schließlich der Strøget ein, eine der längsten Fußgänger-Einkaufsstraßen Europas.
Kopenhagen mit dem Fahrrad entdecken
Kaum eine Stadt lebt den Radverkehr so konsequent wie Kopenhagen. In der Innenstadt sind zeitweise mehr Räder als Autos unterwegs, breite geschützte Radwege gehören zum Straßenbild, und eigene Fahrradbrücken wie die geschwungene Cykelslangen verbinden die Viertel. Ein Leihrad bekommst du unkompliziert über App-Anbieter oder direkt beim Hotel – damit bist du oft schneller als mit Bus oder Metro.
Ein paar Regeln solltest du kennen: Es wird rechts gefahren, Handzeichen beim Abbiegen sind üblich, und die Einheimischen radeln zügig – bleib auf der rechten Spur, wenn du langsamer bist. So wirst du Teil des Alltags statt zum Hindernis. Wer sich das erste Mal in den Verkehr traut, startet am besten sonntagmorgens, wenn die Straßen leerer sind.

Die Stadtviertel: Nørrebro, Vesterbro und Christianshavn
Nørrebro ist das multikulturelle, junge Viertel mit Cafés, Secondhand-Läden und dem markanten Park Superkilen. Vesterbro galt lange als raues Pflaster und ist heute angesagt – rund um das ehemalige Fleischmarkt-Viertel Kødbyen (Meatpacking District) findest du Bars, Street Food und Nachtleben. Christianshavn mit seinen Grachten und Hausbooten wird gern „Klein-Amsterdam“ genannt; von der Erlöserkirche (Vor Frelsers Kirke) führt eine spiralförmige Außentreppe zu einem tollen Ausblick.
In Christianshavn liegt auch die alternative Freistadt Christiania, eine seit 1971 selbstverwaltete Gemeinschaft mit eigener Kunst- und Kulturszene. Ein Rundgang ist möglich, du solltest dich aber an die vor Ort ausgeschilderten Regeln halten – in Teilen gilt zum Beispiel ein Fotografierverbot. Geh respektvoll und aufmerksam durch das Viertel, dann erlebst du eine ungewöhnliche Seite der Stadt.
Essen, Trinken und das Hygge-Gefühl
Kulinarisch ist Kopenhagen eine der spannendsten Städte Europas. Der Klassiker heißt Smørrebrød – üppig belegte offene Butterbrote, etwa mit Hering, Roastbeef oder Krabben. Mit der „New Nordic Cuisine“ wurde die Stadt zudem international bekannt; das mehrfach ausgezeichnete Restaurant Noma steht sinnbildlich dafür, ist aber nur ein Extrem. Günstiger und lockerer isst du in der Markthalle Torvehallerne oder im Street-Food-Areal Reffen. Und für zwischendurch gibt es den dänischen Hotdog (Pølser) vom Straßenstand.
Über allem schwebt das Konzept Hygge: die Kunst, es sich gemütlich zu machen. In der Praxis heißt das Kerzen auf dem Tisch, ein warmer Kakao im Café und keine Hektik. Wer das einmal verstanden hat, sieht die ganze Stadt mit anderen Augen.
Was kostet eine Städtereise nach Kopenhagen?
Kopenhagen gilt als teures Pflaster – vor allem bei Unterkunft und Restaurants merkst du das schnell. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte und schwanken je nach Saison, Lage und Anbieter:
| Posten | Richtwert (ca.) |
|---|---|
| Hostel-Bett (pro Nacht) | 250–450 DKK (≈ 35–60 €) |
| Doppelzimmer Mittelklasse | 900–1.600 DKK (≈ 120–215 €) |
| Hauptgericht im Restaurant | 150–250 DKK (≈ 20–35 €) |
| Bier (0,5 l im Lokal) | 50–75 DKK (≈ 7–10 €) |
| Einzelfahrt Nahverkehr (2 Zonen) | ca. 24 DKK (≈ 3,20 €) |
Wer viele Sehenswürdigkeiten abklappern will, kann über die Copenhagen Card nachdenken: Sie bündelt Eintritte und Nahverkehr und lohnt sich je nach Programm ab einem vollen Besichtigungstag. Bargeld brauchst du kaum – selbst kleine Beträge zahlst du fast überall mit Karte oder Handy.
Anreise und Fortbewegung
Der Flughafen Kopenhagen (Kastrup, CPH) liegt nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt; mit der Metrolinie M2 bist du in rund 15 Minuten am Kongens Nytorv. Aus Deutschland kommst du auch bequem mit dem Zug – es gibt inzwischen direkte Verbindungen ab Hamburg, die Fahrt dauert rund fünf Stunden. Mit dem Auto führt der Weg über Fehmarn und die Fähre oder über Jütland; die Öresundbrücke verbindet Kopenhagen zudem mit dem schwedischen Malmö.
Vor Ort ist das Nahverkehrsnetz gut ausgebaut: Die fahrerlose Metro fährt rund um die Uhr, dazu kommen S-Bahn (S-Tog), Busse und Hafenbusse. Tickets löst du am Automaten oder per App; die Stadt ist in Zonen eingeteilt. Für kurze Wege bleibt aber oft das Rad die schnellste und schönste Variante. Wer tiefer ins Land reisen möchte, findet in unserem Überblick zu Dänemark weitere Ziele.
Beste Reisezeit für Kopenhagen
Als beste Reisezeit gilt in der Regel Mai bis September. Dann ist es mild (häufig um 18–22 °C), die Tage sind lang, und die Außenplätze an den Kanälen haben geöffnet. Rund um die Sommersonnenwende bleibt es bis in die späten Abendstunden hell – ideal für Spaziergänge am Wasser. Juli und August sind Hochsaison mit entsprechend vielen Besuchern; Mai und September sind ruhiger und oft angenehmer.
Der Winter ist kalt und dunkel, hat aber seinen eigenen Reiz: Im Advent verwandelt sich der Tivoli in einen Lichter- und Weihnachtsmarkt, und das Hygge-Gefühl kommt in der kalten Jahreszeit erst richtig zur Geltung. Wetterfeste Kleidung solltest du zu jeder Jahreszeit dabeihaben – ein Schauer ist nie ausgeschlossen.
Fazit
Kopenhagen ist eine Stadt zum Verlieben: kompakt genug für ein langes Wochenende, aber vielfältig genug für mehrere Besuche. Die wichtigsten Kopenhagen Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander, das Rad bringt dich entspannt von A nach B, und die Mischung aus königlicher Geschichte, moderner Küche und dänischer Gemütlichkeit macht den besonderen Reiz aus. Wer die höheren Preise einplant und zur richtigen Jahreszeit kommt, wird mit einer der lebenswertesten Hauptstädte Europas belohnt.
Häufige Fragen zu Kopenhagen
Wie viele Tage sollte man für Kopenhagen einplanen?
Für die wichtigsten Highlights reichen 2–3 Tage. Wer zusätzlich Museen, einzelne Viertel und vielleicht einen Tagesausflug einplant, sollte eher 4 Tage rechnen.
Ist Kopenhagen teuer?
Ja, die Stadt gilt als vergleichsweise teuer. Vor allem Unterkünfte und Restaurants liegen über dem deutschen Durchschnitt. Mit Street Food, Leihrad und einer City-Card lässt sich das Budget aber gut steuern.
Braucht man in Kopenhagen ein Auto?
Nein. Metro, Bus und vor allem das Fahrrad bringen dich überall hin, und in der Innenstadt ist ein Auto eher hinderlich. Für Ausflüge ins Umland kann ein Mietwagen sinnvoll sein.
Kann man in Kopenhagen mit Euro bezahlen?
Offizielle Währung ist die Dänische Krone (DKK). Vereinzelt werden an Touristenorten Euro akzeptiert, verlässlich ist aber die Kartenzahlung – die funktioniert praktisch überall.
Wann ist die beste Reisezeit für Kopenhagen?
In der Regel Mai bis September mit mildem Wetter und langen Tagen. Für Weihnachtsstimmung im Tivoli lohnt sich die Adventszeit.
