Siem Reap ist das Tor zu Angkor – der größten religiösen Tempelanlage der Welt. Doch die Stadt im Nordwesten Kambodschas ist mehr als nur Ausgangspunkt: Mit lebendigen Märkten, guter Küche und entspannter Atmosphäre ist sie ein Reiseziel für sich. Wie planst du deinen Besuch optimal?
Das wichtigste in Kürze
- Siem Reap ist der Ausgangspunkt für die Tempel von Angkor, dem bedeutendsten Kulturerbe Kambodschas.
- Für die Tempel brauchst du einen Angkor-Pass (1, 3 oder 7 Tage), den du am offiziellen Ticketcenter kaufst.
- Die bekanntesten Tempel sind Angkor Wat, der Bayon in Angkor Thom und der überwucherte Ta Prohm.
- Als beste Reisezeit gilt die Trockenzeit von November bis Februar; der Sonnenaufgang an Angkor Wat ist legendär.
- In den Tempeln gilt ein Dresscode – Schultern und Knie sollten bedeckt sein.
Die Tempel von Angkor
Angkor Wat ist das Wahrzeichen des Landes und ziert sogar die Nationalflagge. Am eindrucksvollsten ist der Sonnenaufgang, wenn sich die Türme im Wasserbecken spiegeln – sei früh da, denn du bist nicht allein. Nördlich schließt die ummauerte Stadt Angkor Thom an, deren Zentrum der Bayon mit seinen über 200 rätselhaften Steingesichtern bildet.
Der berühmteste unter den kleineren Tempeln ist Ta Prohm, den mächtige Wurzeln riesiger Würgefeigen umschlingen – bekannt aus dem Kino als „Tomb Raider“-Tempel. Wer mehr Zeit mitbringt, fährt zum filigran verzierten Banteay Srei aus rosa Sandstein oder zum weitläufigen Preah Khan. Für die wichtigsten Tempel solltest du mindestens zwei Tage einplanen.
Tickets, Fortbewegung und Verhalten
Der Angkor-Pass ist nach Gültigkeit gestaffelt und wird nur am offiziellen Ticketcenter verkauft; bewahre ihn gut auf, da er unterwegs kontrolliert wird. Für die Erkundung mietest du am besten ein Tuk-Tuk für den Tag, das dich zwischen den weit auseinanderliegenden Tempeln fährt. Sportliche nehmen das Fahrrad, für einen besseren Überblick lohnt sich ein lizenzierter Guide.
Angkor ist eine heilige Stätte. Kleide dich respektvoll mit bedeckten Schultern und Knien, sprich leise in den Heiligtümern und folge den Absperrungen. So schützt du die jahrhundertealten Bauwerke und respektierst ihre religiöse Bedeutung.

Die Stadt Siem Reap
Nach einem Tempeltag hat Siem Reap selbst einiges zu bieten. Rund um die Pub Street und die Nachtmärkte pulsiert das Leben mit Restaurants, Bars und Ständen. Auf dem alten Markt (Psar Chas) findest du Souvenirs und Streetfood, und in mehreren Häusern kannst du eine traditionelle Apsara-Tanzvorführung erleben.
Etwas außerhalb liegen die schwimmenden Dörfer am Tonlé Sap, dem größten Süßwassersee Südostasiens. Eine Bootstour dorthin zeigt eine ganz andere Seite des Landes – achte allerdings auf seriöse Anbieter und den jeweiligen Wasserstand, der je nach Saison stark schwankt. Mehr Kontext bietet unser Kambodscha-Reiseführer.
Anreise, Kosten und beste Reisezeit
Siem Reap hat einen internationalen Flughafen, der einige Kilometer außerhalb der Stadt liegt; Anschlussflüge führen meist über Bangkok, Singapur oder andere Drehkreuze. Auch die Anreise per Bus aus Phnom Penh oder aus Thailand ist möglich. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte:
| Posten | Richtwert (ca.) |
|---|---|
| Angkor-Pass (1 Tag) | aktuell rund 37 US-Dollar |
| Angkor-Pass (3 Tage) | aktuell rund 62 US-Dollar |
| Tuk-Tuk für einen Tempeltag | 15–25 US-Dollar |
| Doppelzimmer Mittelklasse | 25–60 US-Dollar |
Die angenehmste Reisezeit ist die Trockenzeit von November bis Februar mit erträglicheren Temperaturen. Von März bis Mai wird es sehr heiß, die Regenzeit von Juni bis Oktober taucht die Tempel dafür in sattes Grün. Für den Sonnenaufgang an Angkor Wat solltest du sehr früh aufstehen.
Essen und Abende in Siem Reap
Nach einem Tempeltag lässt es sich in Siem Reap gut ausklingen. Rund um die Pub Street und die Nachtmärkte findest du Khmer-Restaurants, internationale Küche und Bars. Probiere lokale Klassiker wie Fish Amok oder einen Khmer-Salat, und lass den Abend bei einem frischen Fruchtshake ausklingen.
Ein besonderes Erlebnis ist der Phare, ein moderner kambodschanischer Zirkus, der als Sozialunternehmen jungen Menschen eine Perspektive gibt. Wer mehr über die Region lernen möchte, besucht das Angkor-Nationalmuseum oder nimmt an einem Khmer-Kochkurs teil.
Weitere Tempel und Ausflüge
Über die großen drei Tempel hinaus lohnen sich Abstecher. Der filigrane Banteay Srei aus rosa Sandstein gilt als Juwel der Khmer-Kunst, und der von Bäumen überwucherte Beng Mealea vermittelt echtes Dschungel-Abenteuer. Am Fluss von Kbal Spean sind Reliefs direkt in den Flussgrund gehauen.
Weiter entfernt liegt der heilige Berg Phnom Kulen mit Wasserfall und liegendem Buddha. Halbtagestouren zu den schwimmenden Dörfern am Tonlé Sap sind ebenfalls beliebt – wähle hier seriöse Anbieter und beachte den je nach Saison stark schwankenden Wasserstand.
Praktische Tipps für den Tempelbesuch
Ein paar Kniffe machen den Angkor-Besuch entspannter. Starte sehr früh, nicht nur wegen des Sonnenaufgangs, sondern auch, um der Mittagshitze zu entgehen. Nimm ausreichend Wasser, Sonnenschutz und ein leichtes Tuch für die Schultern mit. Der „kleine Kreis“ verbindet die Haupttempel, der „große Kreis“ auch entlegenere Anlagen.
Plane bewusst Pausen ein, denn die Tempel sind weitläufig und die Sonne intensiv. Ein lizenzierter Guide macht die Geschichte lebendig und hilft, die Symbolik der Reliefs zu verstehen. Gegenüber aufdringlichen Verkäufern und angeblichen „Sonderführungen“ bleibst du am besten freundlich, aber bestimmt.
Fazit
Siem Reap ist eines der großen Reiseziele Asiens. Die Tempel von Angkor sind schlicht überwältigend, und die entspannte Stadt drumherum macht den Aufenthalt rund. Wer den Angkor-Pass passend wählt, früh aufsteht und sich respektvoll bewegt, erlebt hier Weltkulturerbe in seiner beeindruckendsten Form.
Häufige Fragen zu Siem Reap
Wie viele Tage braucht man für Angkor?
Für die wichtigsten Tempel reichen zwei Tage. Wer tiefer eintauchen und auch entlegenere Anlagen sehen möchte, wählt den Drei-Tage-Pass.
Wann ist der beste Zeitpunkt für Angkor Wat?
Der Sonnenaufgang ist legendär, entsprechend voll ist es dann. Alternativ sind der späte Nachmittag und die Trockenmonate November bis Februar angenehm.
Was kostet der Eintritt in Angkor?
Der Angkor-Pass ist gestaffelt und kostet aktuell rund 37 US-Dollar für einen Tag. Er wird ausschließlich am offiziellen Ticketcenter verkauft.
Wie bewegt man sich zwischen den Tempeln?
Am gängigsten ist das Tuk-Tuk für den ganzen Tag. Möglich sind auch Fahrrad, Roller oder eine geführte Tour mit lizenziertem Guide.
